Bericht zu Episode 10

Theo und ich sind unterwegs um etwas über Nikolais Tod herauszufinden. Bingo hatte uns 5000 Euro geboten wenn wir etwas darüber erfahren, aber das ist nicht der einzige Anreiz; Ich halte es trotz Nikolais Risikofreudigen Lebensstils für unwahrscheinlich, dass sein Glück ihn einfach so verlassen haben könnte. Im Gegensatz zu unserem Glück! Theos Auto bleibt mitten im Nirgendwo stehen und nachdem wir eine Weile erfolglos versucht haben es wieder zum Laufen zu bringen rufen wir Paul an, damit er uns abholt.
Es dauert ewig bis wir schließlich seine Scheinwerfer in der Ferne sehen können; oder besser gesagt den einzelnen Scheinwerfer. Ich wusste nicht mal dass Paul ein Auto hat und so wie das Gefährt aussieht, hatte er es zwischenzeitlich auch vergessen.
Die Batterie war leer, weswegen er so lange gebraucht habe. Wir steigen ein und fahren los.
Paul sucht nach einer Stelle an der er wenden kann, doch die Straße geht nur immer weiter, ohne Abzweigungen. In der Dunkelheit habe ich schon nach fünf Minuten die Orientierung verloren, aber Paul sagt er wisse wo wir sind. Ich muss darauf vertrauen, da der Straßenatlas den er im Auto hat noch die Grenzen der DDR eingezeichnet und mein Handy kein Empfang. Verdammtes Hinterland!
Wir kommen an eine Kreuzung an der ein Unfall passiert ist. Drei Fahrzeuge sind ineinander gerauscht. Ein Polizist ist zur Stelle, doch er scheint mit der Situation überfordert zu sein. Die Fahrer der Unfallwägen sitzen noch in ihren Autos und wir machen uns daran sie zu bergen, bevor die Funken, die von einigen losen Kabeln wegsprühen das auslaufende Benzin finden können.
Wir schaffen es die Fahrer an den Straßenrand zu bringen und sie zu verarzten. Uns fällt auf, dass die Fahrer sich sehr ähnlich sehen; Sie haben unterschiedliche Kleidung an, aber ansonsten gleichen sie einander bis aufs Haar. Und wo ich gerade dabei bin Dinge zu bemerken: Der Polizist kommt mir bekannt vor; er hat verschiedenfarbige Augen und erinnert mich an den Sammler. Er kommt zu uns und sagt irgendwas von wegen „Schon wieder dieser Bill Toge!“
Dann explodieren die Autos.

Wir sind in einem Supermarkt. Wieder so ein Szenenwechsel wie wir ihn schon bei unserem Erlebnis mit der Filmfalle erlebt haben. Gerade sind wir noch an einem Ort und dann Schnipp, an einem anderen. Nach meinen Erlebnissen mit den Blackouts bin ich einiges gewöhnt aber eine Gänsehaut verursacht es mir trotzdem. Diese plötzlichen Ortswechsel bedeuten nie etwas Gutes.
Theos Uhr zeigt zwölf Stunden früher an. Wir hören einen Schuss und Leute die schreien. Zwischen den Regalen hindurch können wir einen Polizisten sehen der am Boden liegt. Ein Mann mit einer Präsidentenmaske steht über ihm. Drei andere Präsidenten sind dabei den Supermarkt auszurauben. Draußen können wir Polizeisirenen hören und eine Megafon Stimme die die Räuber auffordert mit erhobenen Händen heraus zu kommen.
Die Präsidenten lassen sich davon nicht beeindrucken, packen das Geld aus den Kassen ein und machen sich auf den Weg zum Hinterausgang. Dabei kommen sie direkt an uns vorbei. Als der letzte Mann auf unserer Höhe ist stellt Paul ihm ein Bein. Doch der Mann steigt einfach darüber hinweg und richtet seine Waffe auf Paul. In dem Moment trete ich gegen sein Knie. Ich verfehle doch der Mann ist dadurch genug abgelenkt, dass Theo die Waffe von uns weghalten kann. Die anderen drei Räuber haben glücklicherweise nichts mitbekommen und haben den Laden verlassen. Wir überwältigen den Mann und nehmen ihm die Waffe und die Maske ab. Er sieht aus wie einer der Unfallfahrer. Um den Hals trägt er eine Kette mit einem Amulett daran. Eine Dollarmünze mit merkwürdigen Gravierungen drauf. Ich stecke die Kette ein.

Wieder ein Ortswechsel.
Wir sind wieder auf der Kreuzung. Die Uhren zeigen wieder mitten in der Nacht. Es sind nur noch zwei Unfallwägen und Fahrer da. Der Polizist kommt zu uns und sagt etwas von wegen „Schon wieder dieser Bill Toge!“
Dann explodieren die Autos.

Wir stehen vor einer Wohnungstür mit der Nummer 101. Wieder scheint es 12h früher zu sein. Die Tür ist einen Spalt breit offen und wir hören jemanden sprechen. Theo späht durch den Spalt. Ich stelle mich etwas abseits; nach der ein oder anderen Tür die mir im letzten halben Jahr entgegen kam bin ich vorsichtig geworden. Theo stößt die Tür auf. In der Wohnung befinden sich zwei Männer. Einer sitzend auf einem Stuhl. Er ist gefesselt und seine Nase und Mund sehen aus als wären sie mit Haut überzogen. Er bekommt keine Luft. Über ihm steht ein Mann mit einem Messer.
Als wir die Tür aufstoßen dreht er sich zu uns um. Er sieht aus wie einer der Unfallfahrer, oder wie der überwältigte Räuber; Bill Toge!
Er sagt der gefesselte Mann habe seine Tochter entführt und halte sie versteckt. Er versucht herauszufinden wo. Der Mann auf dem Stuhl ist dabei zu ersticken und ich sage Bill er solle ihn los machen. Da packt er den Mann am Kopf und hebt sein Messer. Ich gehe dazwischen weil ich befürchte er will ihn töten. Bill sagt er will ihm nur den Mund aufschneiden. Zögerlich lasse ich Bill los. Er tut wie angekündigt und schneidet die Haut über dem Mund des Gefesselten auf. Was schlimm genug ist, aber immerhin kann der Mann nun wieder atmen.
Wir schaffen es den Mann zu überzeugen uns zu verraten wo er Bills Togeter versteckt hält.
Dort angekommen finden wir das Kind in einem Geheimraum hinter einem Regal in der Werkstatt. Doch wir kommen zu spät. Bill ist am Boden zerstört. Er nimmt sein Messer und schneidet sich damit in den Arm. Gleichzeitig passiert etwas mit dem Entführer. Ich sehe nicht hin, doch kurze Zeit später ist der Mann tot.
Wir gehen nach draußen. Bill trägt seine tote Tochter im Arm und der Anblick des kleinen leblosen Körpers, in Verbindung mit Bills blutüberströmten Händen macht zwei Polizisten auf uns aufmerksam. Bill leiht sich von Paul einen Stift. Gerade als ich mich noch wundere was er damit will rammt er ihn sich ins Auge. Wieder kann ich nicht hinsehen. Ich höre Schreie. Dann sind auch die Polizisten tot. Bill geht weg.

Wir sind wieder auf der Kreuzung. Es sind immer noch zwei Unfallwägen und Fahrer da. Der Polizist kommt zu uns und sagt etwas von wegen „Schon wieder dieser Bill Toge!“
Dann explodieren die Autos.

Wir stehen in einem Trailerpark. Ich vermute irgendwo in Tschechien, zumindest wenn man von den Autokennzeichen auf unseren Aufenthaltsort schließen kann.
In einiger Entfernung sehen wir eine Polizeisperre. Ein Gebilde das wie ein Ufo aussieht liegt auf einem Hügel hinter den Polizisten.
Als die Polizisten uns bemerken eröffnen sie das Feuer. Wir gehen in Deckung und vor uns öffnet sich die Tür zu einem der Wohnwägen und ein Mann schaut heraus. Bill Toge!
Er lädt uns in den Wagen ein. Ich habe ein ungutes Gefühl, doch draußen scheint es nicht weniger sicher zu sein als drinnen. Neben Bill befinden sich noch drei weitere Menschen in dem Wohnwagen. Sie begrüßen uns freudig und fahren fort Pilze zu essen die sie aus großen Aldi-Tüten herausholen. Vor ihnen auf dem Tisch liegt eine Leiche, die zum Teil gegessen wurde. Mir wird schlecht und ich will lieber wieder nach draußen zu den schießwütigen Polizisten.
Bill erzählt uns er hatte eine Vision. Er hat gesehen dass Jesus kommen wird und ihn und die Leute aus seiner Gemeinschaft in seinem Raumschiff mit nach Zalumba bringen wird. Heute ist der Tag an dem er kommen wird.
Wir gehen wieder nach draußen. Ich fürchte die Pilze die sie essen haben die erwartete Wirkung und ich möchte nicht dabei sein wenn sie auf den Trip kommen.
Der Trailerpark befindet sich in einem Nadelöhr-Canyon. Der einzige Weg hier heraus führt durch die Polizeisperre.
Paul geht mit erhobenen Händen auf die Sperre zu. Theo und ich bleiben wo wir sind. Wie erwartet wird Paul festgenommen und verschwindet in einem der Polizeiwägen.
Die Wohnwagentür geht wieder auf und einer der Männer wirft kleine Pistolen heraus als wären es Gummibärchen. Wir nehmen keine davon. Wenn die Polizei in den Canyon einfällt will ich nicht auch noch ausversehen bewaffnet und eine Bedrohung sein.
Ich fürchte es ist keine gute Idee, wenn Theo und ich uns ebenfalls der Polizei stellen, dann sitzen wir wohlmöglich in dieser Realität fest.
Schließlich habe ich eine Idee und klopfe an die Tür des Wohnwagens. „Er kommt! Jesus ist da!“ rufe ich und tatsächlich werden auf dem ganzen Platz Türen aufgerissen und Leute strömen heraus. Sie laufen in Richtung der Polizeisperre. Die Polizei eröffnet das Feuer, Tränengasgranaten schlagen im Canyon auf. Alles ist voller Rauch und Theo und ich ziehen uns an die Felswand zurück in der Hoffnung dass es hier weniger gefährlich ist. Doch irgendwann können wir nicht mehr anders und atmen das Gas ein. Ich muss husten und noch mehr Gas strömt in meine Lungen. Meine Augen Tränen, mein Hals brennt. Ich wehre mich nicht als Polizisten mit Gasmasken mich auf die Beine ziehen und in Richtung der Sperre zerren.
Durch die Tränen hindurch sehe ich Bill der von einem Sanitäter in einem Krankenwagen verarztet wird. Auf dem Namensschild des Sanitäters steht JESUS.
Ich ahne dass wir nur aus dieser Realitätsschleife herauskommen wenn Bill ausgeschaltet ist.
Als die Polizisten mich an dem Krankenwagen vorbeiführten rufe ich “Er hat eine Waffe” und werfe mich zu Boden. Die Polizisten ziehen ihre Waffen und schießen. Der Sanitäter stirbt im Kugelhagel, ebenso Bill. Ein Querschläger trifft mich an der Schulter.

Dann stehen wir wieder auf der Kreuzung. Keine Unfallwägen und kein Polizist.
Paul und Theo stehen neben mir und meine Schulter blutet, wo mich die Kugel getroffen hat.
Ein Auto kommt und hält neben uns an. Im Inneren sitzen Bill mit einer Augenklappe und Paul, der uns freudig grinsend zuwinkt.
Bill sagt etwas zu uns, aber ich bin viel zu perplex einen zweiten Paul zu sehen dass ich nicht höre was er sagt.
Sie fahren weg und auch wir machen uns auf den Weg zurück in die Stadt.

Bericht zu Episode 10

All in the Family Chikadee